Theaterwissenschaft München
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Gastvortrag von Ewa Partum und Dr Karolina Majewska Guede (TWM-Forschungskolloquium)

06.12.2021

Die polnische Performance-Künstlerin Ewa Partum zu Gast in München

WANN: Montag, 6. Dezember, 19 Uhr
WO: Studiobühne München, Neuturmstraße 5 (Eingang am Kosttor), 80331 München

Der Eintritt ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist jedoch aufgrund der aktuellen Corona-Situation begrenzt, eine Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Wir bitten daher bis zum 4.12.2021 um verbindliche Anmeldung per E-Mail an An.Baumgartner@lmu.de

Es gilt die 2G-Regel. Das Tragen einer FFP2 Maske ist Pflicht.

Eine Veranstaltung im Rahmen des TWM-Forschungskolloquiums
Organisation: Prof. Dr. Berenika Szymanski-Düll, Anna Baumgartner M.A.

partum

Ewa Partum gehört zu den Wegbereiterinnen der Konzeptkunst in Polen und gab schon sehr früh wichtige Impulse für die Entwicklung der feministischen Performancekunst in Ostmitteleuropa.

1945 in Grodzisk Mazowiecki bei Warschau geboren, studierte Partum zunächst von 1963 bis 1965 an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Łódź. Von 1965 bis 1970 setzte sie das Malerei-Studium an der Akademie der Schönen Künste in Warschau fort.
Unter dem Leitsatz „Gedankenakt ist ein Kunstakt“ beschäftigt sich Ewa Partum seit 1969 mit linguistischen Arbeiten, um eine neue Sprache der Kunst zu finden. Aktionen und Installationen auf sprachlicher Ebene werden innerhalb und außerhalb von Galerien gezeigt.

Ab Beginn der 1970er Jahre folgen zudem feministische Arbeiten, in denen Partum ihren Körper zum Kunstobjekt macht. So entsteht 1980 der viel rezipierte Zyklus von Fotomontagen. Unter dem Titel „Samoidentyfikacja“ („Selbstidentifikation“) komponiert Partum hier ihren eigenen nackten Körper in Fotografien des grauen, sozialistischen Warschauer Alltags hinein. Als Provokation und aus Protest gegen die normierte Rolle der Frau in der sozialistischen Gesellschaft tritt sie schließlich nackt auf und erklärt, zukünftig so lange mit ihrem nackten Körper zu intervenieren, bis Frauen eine eigene Kunst hervorgebracht hätten. 1982, während des Kriegsrechts, realisiert sie in einer Galerie im Untergrund in Łódź die Performance „Hommage à Solidarność“.

Auf Einladung des Fluxus-Künstlers Wolf Vostell kommt Ewa Partum 1983 nach West-Berlin, Hier wiederholt sie 1983 die Performance „Hommage a Solidarnosc“, ein Jahr später realisiert sie vor der Berliner Mauer die konzeptuelle Installation „Ost-West Schatten“. Arbeiten u.a. im Berliner Stadtraum sowie deutschland- und europaweit folgen.

Ewa Partum lebt und arbeitet heute in Berlin und Polen. Ihre Werke befinden sich in zahlreichen internationalen Sammlungen wie u.a. Tate Modern, MoMA New York, Museo Reina Sofia Madrid, Generali Foundation, Nationalgalerie Berlin.

Auf Einladung von Berenika Szymansi-Düll und Anna Baumgartner kommt Ewa Partum nach München. Der Abend auf der Studiobühne mit ihr wird durch einen Impuls-Vortrag von Dr. Karolina Majewska-Güde mit Einführung in das Schaffen Ewa Partums eingeleitet. Anschließend möchten wir mit der Künstlerin über ihr Werk und die Aktualität ihrer in den 1970er Jahren formulierten Prämissen diskutieren.